Schlechter Schlaf erhöht Migräne-bedingte Schmerzen und psychische Belastungen

Bei Migränepatienten trägt eine schlechte Schlafqualität zu einem erhöhten Risiko für Migräne und Migräneschmerzen sowie zu einer verringerten Lebensqualität und psychischen Gesundheit bei.


Es hat sich gezeigt, dass Migräne die HRQOL signifikant reduziert und signifikante Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens, die direkten medizinischen Kosten und die Prävalenz von Komorbiditäten hat. Die Früherkennung von Faktoren, die stark mit Migräne in Verbindung gebracht werden, ist entscheidend für die Verringerung der Krankheitslast, mit wichtigen Auswirkungen auf Prävention, Behandlung und Prognose.

Studien zeigen auch, dass Migräne mit einer Vielzahl von Schlafstörungen einhergeht. „Schlechte Schlafqualität ist eine der häufigsten Schlafstörungen bei Migränepatienten und kann sich auf die Chronifizierung der Migräne auswirken“, sagt Zunjing Liu. Daten zum Zusammenhang zwischen Schlafqualität und dem Risiko, an Migräne zu erkranken, sind jedoch in klinischen Studien nicht vollständig geklärt.

Der Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) ist ein selbstberichteter Schlafqualitätsfragebogen, der die Schlafqualität im letzten Monat bewertet und zur Bewertung einer schlechten Schlafqualität bei Migränepatienten verwendet werden kann. Angesichts der zuvor in veröffentlichten Forschungsergebnissen dokumentierten Zusammenhänge zwischen Schlaf und Migräne kann der PSQI-Score als Prädiktor für Migräne nützlich sein. Allerdings haben nur wenige Analysen den prädiktiven Wert des PSQI-Scores für Migräne berichtet.

Für eine Studie veröffentlicht in Grenzen in der Neurowissenschaft, Liu und Kollegen untersuchten systematisch die Beziehung zwischen Schlafqualität und den Risiken der Entwicklung von Migräne; Sie untersuchten auch Geschlechts- und Altersunterschiede. Sie untersuchten die Beziehungen zwischen Schlafqualität und allgemeiner Schmerzstärke, Schweregrad, Behinderung, Auswirkungen von Kopfschmerzen, QOL, Angstzuständen und Depressionen. Die Schlafqualität wurde mit dem PSQI bewertet. Insgesamt wurden 134 Migränepatienten und 70 geschlechts- und altersangepasste gesunde Kontrollpersonen in die Analyse eingeschlossen.

Schlechter Schlaf ist häufiger bei Migränepatienten

Demnach war die Prävalenz schlechter Schlafqualität bei Migränepatienten signifikant höher als bei Patienten ohne Kopfschmerzen. „Etwa zwei Drittel der Migränepatienten hatten eine schlechte Schlafqualität, und eine schlechte Schlafqualität war signifikant mit einem erhöhten Migränerisiko verbunden“, sagt Liu.

Nach Berücksichtigung verschiedener Confounder war das Risiko, an Migräne zu erkranken, bei Patienten mit schlechter Schlafqualität immer noch 3,981-mal höher als bei Patienten mit guter Schlafqualität. Darüber hinaus stellen die Autoren fest, dass die PSQI-Scores eine gute diagnostische Spezifität für Migräne aufweisen.

In einer Subgruppenanalyse beobachteten die Forscher signifikante zusätzliche Wechselwirkungen zwischen schlechter Schlafqualität und Migränerisiko basierend auf Geschlecht, Alter und Bildungsniveau. Stärkere Korrelationen wurden bei Frauen, Patienten ab 35 Jahren und Personen mit geringerer Bildung gefunden (Tisch). Darüber hinaus zeigte die multivariate lineare Regressionsanalyse, dass eine schlechte Schlafqualität bei Migränepatienten signifikant und unabhängig mit der Gesamtschmerzstärke, dem Schweregrad, den Auswirkungen auf die Kopfschmerzen, der QOL, Angst und Depression assoziiert war.

Einbeziehung der Schlafqualität in die Migränebehandlung

Die Beziehungen zwischen der Schlafqualität und dem Schweregrad der Migräne sind laut Liu wichtige Themen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Die vorliegende Studie zeigte, dass eine schlechte Schlafqualität signifikant und unabhängig mit einem höheren Risiko für die Entwicklung von Migräne und migränebedingter Belastung verbunden war. Diese Informationen können verwendet werden, um neue Interventionen zu entwickeln, um die Prävention und Behandlung von migränebedingten Belastungen zu verbessern, so Liu und Kollegen.

Die Autoren empfehlen auch die Verwendung von PSQI-Scores bei der Bewertung von Patienten mit Migräne.

„Das PSQI-Tool ist bequem, praktisch und genau, um die Schlafqualität zu beurteilen“, sagt Liu. “Es kann auch als Leitfaden für frühzeitige Präventionsbemühungen und Schlafinterventionen bei der Behandlung von Migränepatienten dienen.”

Da der PSQI-Score eine gute Vorhersagegenauigkeit und diagnostische Spezifität für Migräne aufweist, kann er ein potenzieller Prädiktor für Migräne sein, dies erfordert jedoch eine weitere Validierung in zukünftigen Studien.

Das Forschungsteam hofft, die Stichprobengröße in zukünftigen Studien zu erweitern, um die Wirkung einer vorbeugenden Behandlung auf die Beziehungen zwischen Schlafqualität und Migräne zu untersuchen. Es sind auch Studien erforderlich, um zu untersuchen, ob die Assoziationen zwischen Schlafqualität und Migräne unterschiedlich sind, je nachdem, ob Patienten eine vorbeugende Migränebehandlung erhalten.

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